L-Arginin und Maca: Die Kombination erklärt – mit L-Citrullin und Pinienrindenextrakt

Stand: Oktober 2026 · Ein Ratgeber der Tostoron-Redaktion

Maca, L-Arginin, L-Citrullin, Pinienrindenextrakt: vier Namen auf einer Dose. Dazu Zahlen wie „50:1“ oder „entspricht 30.000 mg“. Wer Entscheidungen trifft, will wissen, was er in der Hand hält.

Hier bekommst du den Überblick zur Kombination aus L-Arginin und Maca: woher die vier Stoffe kommen, was die Zahlen auf dem Etikett bedeuten, woran du ein gutes Produkt erkennst und wie die gemeinsame Einnahme laut Hersteller aussieht. Kurz, klar, mit Quellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • L-Arginin ist eine Aminosäure, die in Nahrungseiweiß vorkommt. Der Körper bildet sie auch selbst.
  • L-Citrullin ist ebenfalls eine Aminosäure, benannt nach der Wassermelone (Citrullus lanatus), wird aber nicht in Eiweiß eingebaut.
  • Pinienrindenextrakt stammt aus der Rinde der Strandkiefer (Pinus pinaster) und enthält OPC, eine Gruppe von Polyphenolen.
  • Maca (Lepidium meyenii) ist eine Knolle aus den Hochanden Perus und gehört zu den Kreuzblütlern.
  • Ein Extraktverhältnis wie 50:1 zeigt, wie viel Knolle für einen Extrakt eingesetzt wurde: Für 1 Teil Extrakt wurden 50 Teile getrocknete Knolle verarbeitet.

Was ist L-Arginin?

L-Arginin ist eine Aminosäure, die der Körper selbst herstellt und zusätzlich mit der Nahrung aufnimmt. Als proteinogene Aminosäure kommt sie in Eiweiß vor, vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln.

Lebensmittel mit Arginin: Tabelle

Viel Arginin steckt in Samen, Nüssen, Hülsenfrüchten, Soja und Fleisch. Werte aus der US-Nährwertdatenbank USDA FoodData Central:

Lebensmittel Arginin je 100 g
Kürbiskerne, getrocknet 5,35 g
Sojabohnen, roh 3,15 g
Erdnüsse, roh 3,09 g
Walnüsse 2,28 g
Linsen, roh 1,90 g
Hähnchenbrust, gegart 1,87 g

L-Arginin-Kapseln: Base, HCl oder AAKG?

Bei L-Arginin-Kapseln lohnt der Blick auf die Form. Drei Varianten sind üblich: L-Arginin Base (die reine Aminosäure), L-Arginin-HCl (Hydrochlorid, ein Salz) und AAKG (Arginin-Alpha-Ketoglutarat). Bei L-Arginin Base sparst du dir die Rechnung: Die angegebene Menge ist reines Arginin. Bei Salzen rechnest du um. Beispiel HCl: Arginin hat eine Molmasse von 174,20 g/mol, das Hydrochlorid von 210,66 g/mol. 1.000 mg L-Arginin-HCl enthalten also rund 827 mg Arginin.

Was ist L-Citrullin?

L-Citrullin verdankt seinen Namen der Wassermelone. In einer Analyse des US-Landwirtschaftsministeriums enthielt ihr Fruchtfleisch im Mittel rund 1,9 g Citrullin pro Kilogramm Frischgewicht, die Schale etwas weniger. Je nach Sorte und Fruchtfarbe schwankt der Gehalt deutlich. Anders als Arginin ist Citrullin nicht proteinogen, wird also nicht in Eiweiß eingebaut.

Arginin und Citrullin auf dem Etikett

In vielen Kombiprodukten stehen Arginin und Citrullin nebeneinander, jeweils mit eigener Menge pro Tagesportion. So siehst du auf einen Blick, wie viel von jedem Stoff in deiner Tagesportion steckt.

L-Citrullin oder Citrullin-Malat?

Citrullin-Malat ist eine Verbindung aus Citrullin und Apfelsäure, meist im Verhältnis 2:1. Rechnerisch entfallen dann etwa zwei Drittel des Gewichts auf Citrullin. So rechnest du bei Citrullin-Malat schnell aus, wie viel Citrullin ungefähr drinsteckt.

Was ist Pinienrindenextrakt?

Pinienrindenextrakt stammt nicht von der Pinie im engeren Sinn, sondern von der Strandkiefer (auch Seekiefer, Pinus pinaster). Sie wächst unter anderem an der französischen Atlantikküste. Der Extrakt aus ihrer Rinde enthält vor allem OPC: oligomere Proanthocyanidine, eine Gruppe von Polyphenolen. Bekanntester Markenextrakt ist Pycnogenol® (eingetragene Marke der Horphag Research).

Was heißt „100:1“ oder „95 % OPC“?

„100:1“ beschreibt das Verhältnis von Rinde zu fertigem Extrakt: Für 1 Teil Extrakt wurden 100 Teile Strandkiefernrinde eingesetzt. Aus viel Rinde wird also wenig, konzentrierter Extrakt. „95 % OPC“ gibt den OPC-Anteil im Extrakt an. Wie viel Pinienrindenextrakt in deiner Tagesportion steckt, siehst du auf dem Etikett in Milligramm.

Was ist Maca?

Maca (Lepidium meyenii) ist ein Kreuzblütler aus den zentralen Anden. Angebaut wird sie vor allem in Peru, auf rund 4.000 bis 4.500 Metern Höhe. Genutzt wird das verdickte Hypokotyl, umgangssprachlich die Maca-Wurzel oder Knolle. Traditionell kommt sie gegart auf den Tisch: frisch erhitzt oder getrocknet und dann gekocht, etwa als Brei, Getränk oder als Mehl in Brot und Gebäck. Herkunft, Sorten, Formen und alles zum Extraktverhältnis erklärt unser Ratgeber zur Maca-Wurzel.

Maca-Extrakt auf dem Etikett: was 50:1 heißt

Maca-Pulver ist getrocknete, gemahlene Knolle. Kapseln enthalten dieses Pulver oder einen Extrakt. Für einen Maca-Extrakt (Macawurzelextrakt) werden Inhaltsstoffe der Knolle mit Wasser oder Ethanol herausgelöst und anschließend getrocknet. Das Ergebnis ist konzentriert: Aus viel Knolle wird wenig Extrakt.

Wie viel Knolle dafür eingesetzt wurde, zeigt das Extraktverhältnis (Droge-Extrakt-Verhältnis, kurz DEV). 50:1 heißt: Für 1 g Extrakt wurden 50 g getrocknete Knolle eingesetzt. Die Rechnung ist einfach: Extraktmenge mal Verhältnis. 200 mg Extrakt 50:1 entsprechen rechnerisch 10.000 mg getrockneter Knolle. Diese Zahl heißt Wurzeläquivalent und steht auf vielen Dosen als „entspricht … mg“. Wie das bei 5:1 und 20:1 aussieht, zeigt unser Maca-Ratgeber.

Warum Kombiprodukte?

Die Gründe sind praktisch: eine Dose statt mehrerer, eine Verzehrempfehlung, alle Mengen pro Tagesportion auf einem Etikett. Arginin und Maca, Citrullin und Pinienrinde: Du siehst auf einen Blick, was drinsteckt, und musst nichts zusammenrechnen.

Woran du ein gutes Produkt erkennst

  • Menge pro Tagesportion: Die Milligramm in der empfohlenen Tagesmenge und die Kapselzahl dafür zeigen dir, was du bekommst. Auch Preise vergleichst du am besten pro Tagesportion.
  • Extraktmenge und Extraktverhältnis: Stehen beide auf dem Etikett, rechnest du das Wurzeläquivalent („entspricht … mg“) in Sekunden selbst nach.
  • Arginin-Form: Base, HCl oder AAKG? Die Form steht im Zutatenverzeichnis. Bei L-Arginin Base ist die angegebene Menge reines Arginin.
  • Herkunft der Maca: das Anbauland. Die Heimat der Maca sind die Hochanden Perus.
  • Laborgeprüfte Qualität: Gute Hersteller lassen ihre Ware im Labor analysieren, zum Beispiel auf Reinheit und mikrobiologische Qualität. Die Ergebnisse fasst ein Analysezertifikat (CoA) zusammen.
  • Herstellung in Deutschland: Für viele ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Etikett oder Hersteller zeigen dir, wo produziert wurde.
  • Vollständiges Etikett: Alle Stoffe mit Menge pro Tagesportion, die empfohlene Tagesmenge und das Zutatenverzeichnis inklusive Kapselhülle.

L-Arginin und Maca zusammen einnehmen: so steht es auf dem Etikett

Halte dich an die Verzehrempfehlung auf dem Etikett. Kombiprodukte nennen meist eine feste Kapselzahl pro Tag, oft zu einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit und teils aufgeteilt, etwa „2 x 2 Kapseln“.

Nimmst du mehrere Produkte, rechne die Mengen zusammen: Steckt Arginin oder Pinienrinde in zwei Dosen, zählen beide.

Gut zu wissen: Die angegebene Tagesmenge nicht überschreiten. Für Schwangere, Stillende und Kinder sind solche Produkte nicht gedacht. Wenn du Medikamente nimmst oder Vorerkrankungen hast, sprich vorher kurz mit deinem Arzt oder deiner Apotheke.

L-Arginin und Pinienrindenextrakt: wann einnehmen?

Für Pinienrindenextrakt in Kapseln oder als Pulver gilt die Verzehrempfehlung des Herstellers, meist mit ausreichend Flüssigkeit und oft zu einer Mahlzeit. Stecken L-Arginin und Pinienrindenextrakt zusammen in einem Kombiprodukt, gilt die Empfehlung für das ganze Produkt. Nimmst du beide getrennt, hat jedes Produkt seine eigene Verzehrempfehlung.

Häufige Fragen zu L-Arginin und Maca

Kann man L-Arginin und Maca zusammen einnehmen?

Für Produkte, die beide Stoffe kombinieren, gilt die Verzehrempfehlung auf dem Etikett. Nimmst du getrennte Produkte, rechne die Mengen zusammen und halte bei jedem Produkt die angegebene Tagesmenge ein. Was du sonst noch wissen solltest, steht oben unter „Gut zu wissen“.

Was ist der Unterschied zwischen L-Arginin und L-Citrullin?

Beide sind Aminosäuren. L-Arginin kommt in vielen eiweißreichen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in Kürbiskernen, Soja und Erdnüssen. L-Citrullin ist nicht proteinogen und kommt vor allem in der Wassermelone vor. In Kombiprodukten stehen beide mit eigener Menge auf dem Etikett.

L-Arginin Base oder HCl: Was ist der Unterschied?

L-Arginin Base ist die reine Aminosäure. L-Arginin-HCl ist ein Salz, bei dem ein Teil des Gewichts auf das Hydrochlorid entfällt: 1.000 mg L-Arginin-HCl enthalten rund 827 mg Arginin.

Pinienrindenextrakt oder Traubenkernextrakt: Was ist der Unterschied?

Beide liefern OPC, stammen aber aus unterschiedlichen Rohstoffen: Pinienrindenextrakt aus der Rinde der Strandkiefer, Traubenkernextrakt aus den Kernen der Weintraube. Welcher Extrakt in einem Produkt steckt und wie viel davon in der Tagesportion, zeigt dir das Etikett.

Was ist Pycnogenol®?

Pycnogenol® ist eine eingetragene Marke der Horphag Research für einen bestimmten Extrakt aus der Rinde von Pinus pinaster. Daneben gibt es Pinienrindenextrakte anderer Hersteller. Ob ein bestimmter Markenextrakt enthalten ist, sollte aus dem Zutatenverzeichnis hervorgehen.

Warum steht auf Dosen „entspricht 30.000 mg“?

Das ist das Wurzeläquivalent: Extraktmenge mal Extraktverhältnis. 600 mg Maca-Extrakt im Verhältnis 50:1 entsprechen rechnerisch 30.000 mg getrockneter Knolle. In der Tagesportion stecken also 600 mg Extrakt, für die 30.000 mg getrocknete Knolle eingesetzt wurden.

L-Arginin morgens oder abends: Wann einnehmen?

Die Tageszeit gibt der Hersteller vor. Meist empfiehlt er den Verzehr zu einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit, teils auf zwei Zeitpunkte verteilt. Das gilt auch für die Frage, wann du Maca mit L-Arginin einnimmst: Schau auf die Verzehrempfehlung deines Produkts.

Gelbe, rote, schwarze Maca: Was ist der Unterschied?

Die Farben bezeichnen Sorten derselben Pflanze: Die Knollen sind gelb bis cremefarben, rot bis violett oder schwarz. Gelbe Maca ist am häufigsten und wird geschmacklich bevorzugt, Rot und Schwarz sind die selteneren Spezialitäten. Es gibt auch Mischungen aus mehreren Farben. Mehr zu den Sorten liest du im Ratgeber zur Maca-Wurzel.

Fazit

Vier Stoffe, eine Dose: L-Arginin und L-Citrullin sind Aminosäuren, Pinienrindenextrakt kommt aus der Rinde der Strandkiefer, Maca aus den Hochanden Perus. Wer das Etikett lesen kann, sieht sofort, was in der Tagesportion steckt: Mengen in Milligramm, Arginin-Form und Extraktmenge. Mit dem Extraktverhältnis rechnest du das Wurzeläquivalent in Sekunden selbst nach. Wer die Zahlen kennt, entscheidet selbst. Genau so arbeiten Macher. Tiefer in die Knolle steigst du im Ratgeber zur Maca-Wurzel ein.

Quellen

  • USDA FoodData Central, FDC-IDs 170556, 174270, 172430, 170187, 172420, 171477. fdc.nal.usda.gov
  • PubChem: L-Arginin (CID 6322) und L-Arginin-Hydrochlorid (CID 66250). pubchem.ncbi.nlm.nih.gov
  • Rimando AM, Perkins-Veazie PM: Determination of citrulline in watermelon rind. Journal of Chromatography A 2005;1078(1–2):196–200, DOI 10.1016/j.chroma.2005.05.009.
  • BfR, Stellungnahme Nr. 024/2007 vom 3. April 2007 (Maca: Botanik, Anbau, traditioneller Verzehr, Farbvarianten).
  • DocCheck Flexikon: Droge-Extrakt-Verhältnis. flexikon.doccheck.com