Stand: Oktober 2026 · Ein Ratgeber der Tostoron-Redaktion
Die Maca-Wurzel kommt von ganz oben. Sie wächst in den Anden Perus auf rund 4.000 Metern Höhe, und die Menschen dort bauen sie seit weit über 1.000 Jahren an. Hierzulande begegnet sie dir als Pulver, in Kapseln oder als Extrakt mit Zahlen wie 5:1 oder 50:1 auf dem Etikett.
Macher wollen wissen, was dahintersteckt. Hier bekommst du es: was Maca ist, woher sie kommt, welche Sorten und Formen es gibt, woran du Qualität erkennst und wie du ein Extraktverhältnis in Sekunden nachrechnest.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Maca (Lepidium meyenii) ist ein Kreuzblütler aus den Anden Perus, verwandt mit Kresse und Rettich. Die „Wurzel“ ist botanisch eine Knolle.
- Angebaut wird sie auf rund 4.000 bis 4.500 Metern, vor allem rund um den Junín-See.
- Gelbe Maca ist am häufigsten, rote und schwarze sind seltener.
- Es gibt Maca als Pulver (roh oder gelatinisiert), in Kapseln und als konzentrierten Extrakt.
- Das Extraktverhältnis zeigt, wie viel getrocknete Knolle eingesetzt wurde: Bei 50:1 sind es 50 g für 1 g Extrakt.
Was ist Maca? Lepidium meyenii kurz erklärt
Maca (Lepidium meyenii, Synonym Lepidium peruvianum) gehört zu den Kreuzblütlern und ist mit Kresse und Rettich verwandt. Was als Maca-Wurzel verkauft wird, ist botanisch eine Hypokotylknolle: der verdickte unterste Abschnitt des Sprosses, ähnlich wie beim Radieschen.
Manchmal liest du auch den Handelsnamen „Peru-Ginseng“. Mit Ginseng hat Maca aber nichts zu tun: Die beiden Pflanzen sind nicht verwandt. Maca ist ein Lebensmittel mit langer Tradition. Und die beginnt ganz oben in den Anden.
Herkunft: Die Maca-Wurzel aus den Anden Perus
Maca wird in den zentralen Anden seit weit über 1.000 Jahren angebaut, Schätzungen reichen bis rund 2.000 Jahre zurück. Die Felder liegen auf rund 4.000 bis 4.500 Metern, vor allem rund um den Junín-See. Inzwischen wird Maca auch in China angebaut, vor allem in der Provinz Yunnan. Die Heimat der Pflanze bleibt das Hochland Perus.
Tradition: So kommt Maca in den Anden auf den Tisch
In ihrer Heimat wird Maca gegart gegessen. Frische Knollen werden erhitzt, getrocknete in Wasser oder Milch gekocht oder zu Brei, Säften und Mehl für Brot und Gebäck verarbeitet.
„Maca Junín-Pasco“: Perus geschützte Herkunft
Peru schützt seine Maca. Die Ursprungsbezeichnung „Maca Junín-Pasco“ ist seit 2011 anerkannt und im internationalen Register der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) eingetragen.
Was steckt in der Maca-Wurzel?
Frisch besteht die Knolle zu rund 80 % aus Wasser. Getrocknet sieht die Zusammensetzung laut BfR so aus:
| Bestandteil | Anteil in getrockneter Maca |
|---|---|
| Kohlenhydrate | 59 % |
| Protein | ca. 10 % |
| Ballaststoffe | 8,5 % |
| Mineralstoffe (Asche) | 4,9 % |
| Fett | 2,2 % |
| Wasser | ca. 10 % |
Rechnerisch sind das rund 310 kcal pro 100 g. Dazu kommen sekundäre Pflanzenstoffe: Glucosinolate (Senfölvorstufen, 0,5 bis 2 % in getrockneter Maca), Macamide (16 bis 120 mg/kg), Macaene, Lepidiline und Sterole. Die Glucosinolate prägen den leicht kresseartigen Geschmack der Knolle.
Maca-Sorten: gelb, rot, schwarz (und violett)
Ein Review von 2024 zählt 13 bis 17 Farbtypen. Im Handel unterscheidet man meist gelbe Maca, Maca rot und Maca schwarz („Black Maca“). Ernteproben aus Junín und Ancash zeigen, wie häufig die Farben sind:
| Farbe | Anteil in den Ernteproben | Auffälligkeit |
|---|---|---|
| Gelb | 51,5–61,1 % | häufigste Farbe, geschmacklich bevorzugt |
| Violett | 18,4–22,8 % | selten als eigene Sorte im Handel |
| Rot | 9,9–20,2 % | in diesen Proben meist die höchsten Glucosinolat-Gehalte (Senfölvorstufen, prägen den kresseartig-scharfen Geschmack) |
| Schwarz | 6,3–10,4 % | seltenste der vier Farben |
Quellen: Meissner et al. 2016 (Anteile, Glucosinolate), BfR 2007 („geschmacklich bevorzugt“). Die Werte gelten für diese Proben.
Wie viel von einzelnen Inhaltsstoffen in der Knolle steckt, hängt auch von Anbauort und Trocknung ab.
Welche Farbe darf es sein?
Das entscheidest du nach Geschmack, Herkunft und Preis. Gelb ist der Klassiker, Rot und Schwarz sind die selteneren Spezialitäten. Es gibt auch Mischungen aus mehreren Farben.
Maca-Pulver, Maca-Kapseln oder Maca-Extrakt?
| Form | Was drin ist | Verwendung | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Pulver, roh | gemahlene, getrocknete Knolle (Maca-Wurzelpulver) | Smoothie, Müsli, Backen; erdig-malziger Geschmack | Portion selbst abwiegen |
| Pulver, gelatinisiert | Pulver nach kurzer Hitzebehandlung | wie rohes Pulver | zieht Feuchtigkeit, gut verschließen |
| Kapseln oder Tabletten mit Wurzelpulver | Pulver in Kapselhülle oder gepresst | geschmacksneutral, fest portioniert | Menge pro Tagesportion |
| Extrakt-Kapseln | konzentrierter Auszug aus der Knolle | kleine Extraktmenge pro Portion | Extraktverhältnis, Wurzeläquivalent |
| Tropfen, Tinktur | flüssiger Auszug | Portionierung per Tropfen | Alkoholgehalt |
Vergleiche Preise immer pro Tagesportion, nicht pro Packung.
Was heißt gelatinisiert?
Gelatinisierte Maca wird nach dem Trocknen und Mahlen kurz unter Druck, Hitze und Feuchtigkeit durch eine Düse gepresst (extrudiert). Dabei wird die Stärke aufgeschlossen, ähnlich wie beim Kochen, das in den Anden ohnehin üblich ist. Mit Gelatine hat das nichts zu tun. Rohes Pulver kann mehr Glucosinolate enthalten, die den kresseartigen Geschmack prägen. Gelatinisiertes Pulver zieht stärker Feuchtigkeit, also Dose immer gut verschließen.
Bio-Maca
Auch Bio-Maca gibt es. Du erkennst sie am EU-Bio-Logo auf der Packung.
Extraktverhältnis erklärt: Was bedeuten 5:1, 20:1 oder 50:1?
Auf Kapseln mit Maca-Extrakt (Macawurzelextrakt) steht meist ein Verhältnis wie 5:1, 20:1 oder 50:1. Das ist das Droge-Extrakt-Verhältnis, kurz DEV. „Droge“ ist der Fachbegriff für den getrockneten Pflanzenteil, hier also die getrocknete Maca-Knolle. Mit Rauschmitteln hat das nichts zu tun.
Das Verhältnis sagt dir, wie viele Teile getrocknete Knolle für einen Teil Extrakt eingesetzt wurden:
- 5:1 heißt: Aus 5 g getrockneter Maca entsteht 1 g Extrakt.
- 20:1 heißt: 20 g getrocknete Maca für 1 g Extrakt.
- 50:1 heißt: 50 g getrocknete Maca für 1 g Extrakt.
Je höher die erste Zahl, desto mehr getrocknete Knolle wurde für jedes Gramm Extrakt eingesetzt. Ein Extrakt ist also ein konzentrierter Auszug: Aus viel Knolle wird wenig Extrakt. Viele pflanzliche Trockenextrakte liegen zwischen 5:1 und 10:1, bei Maca findest du auch 20:1 und 50:1.
So entsteht ein Maca-Extrakt
Die getrocknete Knolle wird mit einem Auszugsmittel wie Wasser oder Ethanol ausgezogen. Dabei werden Inhaltsstoffe der Knolle herausgelöst. Danach wird das Lösungsmittel verdampft. Zurück bleibt ein konzentrierter Trockenextrakt, ein feines Pulver, das sich in Kapseln abfüllen lässt.
„Entspricht … mg“: So rechnest du das Wurzeläquivalent aus
Klingt nach Mathe, ist aber in zehn Sekunden erledigt. Aus Extraktmenge und Verhältnis ergibt sich das Wurzeläquivalent, also die Menge getrockneter Knolle, die rechnerisch hinter deiner Tagesportion steht. Auf vielen Etiketten findest du es als „entspricht X mg Maca-Wurzel“. Die Formel: Extraktmenge × Verhältnis = Wurzeläquivalent.
| Extrakt pro Tagesportion | Verhältnis | entspricht getrockneter Wurzel |
|---|---|---|
| 1.000 mg | 5:1 | 5.000 mg |
| 250 mg | 20:1 | 5.000 mg |
| 100 mg | 50:1 | 5.000 mg |
Drei sehr verschiedene Extraktmengen, dieselbe rechnerische Wurzelmenge. Mit Extraktmenge und Verhältnis rechnest du sie selbst nach.
Das klappt auch rückwärts: Steht auf der Packung „400 mg Maca-Extrakt entsprechen 8.000 mg Maca-Wurzel“, teilst du 8.000 durch 400 und kommst auf ein Verhältnis von 20:1.
Auf vielen Etiketten liest du „hochdosiert“. Welche Mengen dahinterstehen, zeigen dir drei Angaben: Extraktmenge pro Tagesportion, Extraktverhältnis und das rechnerische Wurzeläquivalent.
Qualität erkennen: deine Checkliste für Maca
Gute Maca erkennst du am Etikett und an dem, was dahintersteht. Darauf kannst du schauen:
- Menge pro Tagesportion: Extrakt- oder Pulvermenge in mg und die Kapselzahl für die Tagesportion.
- Extraktverhältnis und Wurzeläquivalent: Stehen beide auf dem Etikett, rechnest du selbst nach, wie viel getrocknete Knolle hinter deiner Tagesportion steht.
- Herkunft der Maca: das Anbauland auf dem Etikett. Peru ist die Heimat der Maca.
- Laborgeprüfte Qualität: Gute Hersteller lassen ihre Ware im Labor analysieren, zum Beispiel auf Reinheit und mikrobiologische Qualität. Die Ergebnisse fasst ein Analysezertifikat (CoA) zusammen.
- Herstellung in Deutschland: Für viele ist „Made in Germany“ ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Etikett oder Hersteller zeigen dir, wo produziert wurde.
- Transparentes Etikett: alle Zutaten klar angegeben, dazu die Verzehrempfehlung mit Tagesmenge.
Maca verzehren: Menge und Zeitpunkt
Wie viel Maca am Tag? Die Antwort steht auf deiner Dose: Halte dich an die Verzehrempfehlung auf dem Etikett. Dort findest du die Tagesmenge und die Kapselzahl. Auch Uhrzeit und Verzehr mit oder ohne Mahlzeit regelt die Herstellerangabe.
Pulver ist in der Küche zu Hause: Rühr es in Smoothie oder Müsli oder back damit. Frische Knollen kommen, wie in den Anden, nur gegart auf den Tisch.
Gut zu wissen: Die angegebene Tagesmenge nicht überschreiten. Maca-Produkte sind für Schwangere, Stillende und Kinder nicht gedacht. Wenn du Medikamente nimmst oder Vorerkrankungen hast, sprich vorher kurz mit deinem Arzt oder deiner Apotheke.
Maca in Kombination, etwa mit L-Arginin
Maca steckt oft in Kombinationen: mit L-Arginin, L-Citrullin, Pinienrindenextrakt, Vitaminen oder Mineralstoffen. Manche Hersteller nennen das „Maca-Komplex“. Der Vorteil ist praktisch: eine Dose statt mehrerer, eine Verzehrempfehlung, alles auf einem Etikett. Beim Maca-Extrakt findest du dort auch das Extraktverhältnis.
Was L-Arginin, L-Citrullin und Pinienrindenextrakt sind und wie du so ein Etikett liest, erklärt unser Ratgeber L-Arginin und Maca.
FAQ zu Maca
Ist die Maca-Wurzel wirklich eine Wurzel?
Botanisch nicht ganz. Was als Maca-Wurzel verkauft wird, ist eine Hypokotylknolle: der verdickte unterste Abschnitt des Sprosses, ähnlich wie beim Radieschen. Im Handel heißt sie trotzdem fast immer Maca-Wurzel.
Woher kommt Maca?
Aus den zentralen Anden Perus. Dort wird sie seit weit über 1.000 Jahren auf rund 4.000 bis 4.500 Metern angebaut, vor allem rund um den Junín-See. Für Maca aus Junín-Pasco hat Peru seit 2011 eine eigene Ursprungsbezeichnung.
Was ist der Unterschied zwischen gelber, roter und schwarzer Maca?
Die Farben bezeichnen Farbtypen derselben Pflanze. Gelb ist am häufigsten und wird geschmacklich bevorzugt, Rot und Schwarz sind seltener. Rote Maca hatte in Ernteproben meist die höchsten Gehalte an Glucosinolaten, die den kresseartigen Geschmack prägen.
Wie schmeckt Maca?
Erdig-malzig, mit einer leicht kresseartigen Note. Die kommt von den Glucosinolaten, den Senfölvorstufen in der Knolle. Kapseln sind geschmacksneutral.
Maca-Pulver oder Maca-Kapseln: Was ist der Unterschied?
Pulver ist gemahlene, getrocknete Knolle. Du verwendest es wie eine Zutat, etwa im Smoothie, im Müsli oder beim Backen, und wiegst die Portion selbst ab. Kapseln sind fest portioniert und geschmacksneutral. Sie enthalten entweder Wurzelpulver oder einen konzentrierten Extrakt.
Was bedeutet 5:1 oder 50:1 bei Maca-Extrakt?
Das ist das Extraktverhältnis. 5:1 heißt: Für 1 g Extrakt wurden 5 g getrocknete Maca eingesetzt. Bei 50:1 sind es 50 g für 1 g Extrakt. Aus viel Knolle wird also wenig Extrakt.
Was bedeutet „entspricht … mg Maca-Wurzel“?
Das ist das Wurzeläquivalent: Extraktmenge mal Extraktverhältnis. 1.000 mg Extrakt im Verhältnis 5:1 entsprechen rechnerisch 5.000 mg getrockneter Maca-Wurzel, 100 mg im Verhältnis 50:1 ebenfalls. Die Zahl zeigt dir, wie viel getrocknete Knolle für deine Tagesportion Extrakt eingesetzt wurde.
Wann wird Maca verzehrt?
Morgens oder abends, mit oder ohne Mahlzeit: Das legt die Verzehrempfehlung auf dem Etikett fest. Pulver lässt sich einfach in Smoothie oder Müsli rühren.
Wie viele Kalorien hat Maca?
Getrocknete Maca hat rund 310 kcal pro 100 g, also etwa 3 kcal pro Gramm. Bei 2 g pro Tag sind das rund 6 kcal, bei 10 g Pulver im Smoothie rund 30 kcal.
Was unterscheidet Maca aus Peru und Maca aus China?
Beide sind dieselbe Pflanze, Lepidium meyenii. Der Unterschied liegt im Anbaugebiet: Peru ist die Heimat der Maca, dort wächst sie auf rund 4.000 bis 4.500 Metern. In China wird sie vor allem in Yunnan angebaut, meist tiefer, auf rund 2.800 bis 3.500 Metern. Wenn dir die Herkunft wichtig ist, achte auf das Anbauland auf dem Etikett.
Gibt es Maca und L-Arginin in einem Produkt?
Ja, viele Produkte kombinieren beides in einer Kapsel. Wie viel du davon verzehrst, steht in der Verzehrempfehlung auf dem Etikett. Mehr zur Kombination liest du in unserem Ratgeber L-Arginin und Maca.
Fazit: Lies das Etikett wie ein Profi
Maca ist eine Knolle mit Geschichte: über 1.000 Jahre Anbau, gewachsen auf rund 4.000 Metern, verwandt mit Kresse und Rettich. Ob gelb, rot oder schwarz, ob Pulver, Kapsel oder Extrakt: Du weißt jetzt, was hinter den Zahlen steckt. Extraktmenge mal Verhältnis ergibt das Wurzeläquivalent. Herkunft, Laboranalyse und ein transparentes Etikett zeigen dir die Qualität. Damit liest du jedes Etikett wie ein Profi und entscheidest selbst. Genau so arbeiten Macher.
Quellen
- BfR, Stellungnahme Nr. 024/2007 vom 03.04.2007 (Zusammensetzung, Anbau und Farbvarianten von Maca).
- WIPO, Lissabon-Register: Ursprungsbezeichnung „Maca Junín-Pasco“ (AO-903). wipo.int
- Gonzales G. F., Evid Based Complement Alternat Med 2012 (Übersicht zu Ethnobiologie, Herkunft und Anbau von Maca).
- Minich D. M. et al., Nutrients 2024, 16(4):530, DOI 10.3390/nu16040530 (Review zu Farbtypen, Anbaugebieten, Inhaltsstoffen und Verarbeitung von Maca).
- Meissner H. O. et al.: Peruvian Maca (Lepidium peruvianum): (II) Phytochemical Profiles of Four Prime Maca Phenotypes Grown in Two Geographically-Distant Locations. Int J Biomed Sci 2016, 12(1):9–24.
- DocCheck Flexikon: Droge-Extrakt-Verhältnis.
- Pharmazeutische Zeitung: Titelbeitrag 44/2005 zu Pflanzenextrakten.
