MYTHOS-CHECK

DEIN KALENDER IST UNSCHULDIG.

Kette aus eisernen Wort-Gliedern „IRGENDWANN“, „SPÄTER“ und „NOCH NICHT“ über einem leeren Kalenderblatt, das mittlere Glied reißt glühend zwischen SPÄ und TER, dahinter schwarze Kacheln mit rot glühenden Fugen (KI-generiert)

MACHER-NEWS · MYTHOS-CHECK · 14. Oktober 2026

Drei von vier Studierenden halten sich für Aufschieber: Diese Schätzung stützte sich bisher auf eine Arbeit von 1987 mit gerade einmal 95 Studierenden einer einzigen Hochschule. Jetzt gibt es eine große, aktuelle Datenbasis. Für seine am 7. Oktober in der Fachzeitschrift PLOS ONE erschienene Studie hat Itamar Shatz von der Universität Cambridge die Angaben von 65.950 Studierenden an 97 US-Hochschulen ausgewertet. Befragt wurden sie zwischen Januar und Mai 2025. 72,3 Prozent kämpften in den zwölf Monaten davor mit dem Aufschieben, im Bachelor sogar 74,8 Prozent. Die alte Zahl hält also grob stand.

Und das Aufschieben bleibt nicht folgenlos: 45,4 Prozent sagen, es habe ihre Studienleistungen gedrückt. Kein anderes der 36 abgefragten Themen wurde dafür so oft genannt, Geldsorgen zum Beispiel nur von 16,1 Prozent. Bleibt der Glaube, ein besserer Kalender allein löse das Problem. Im Gespräch mit Times Higher Education hält Shatz dagegen: Probleme mit dem Zeitmanagement seien ein Symptom des Aufschiebens, nicht seine Ursache. Sein Rat an Hochschulen und Lehrende: Aufgaben in kleine Schritte zerlegen lassen, Fehler ausdrücklich erlauben, kleinere und häufigere Fristen setzen.

IRGENDWANN STEHT IN KEINEM KALENDER. MACH DICH BOSS!

Quelle: Times Higher Education, 08.10.2026 – Zum Bericht →
Studie (frei zugänglich): PLOS ONE, 07.10.2026 – Zur Studie →