Rotes Maca: die seltene Farbe der Maca-Knolle – Herkunft, Geschmack, Pulver, Kapseln & Extrakt

Stand: Oktober 2026 · Ein Ratgeber der Tostoron-Redaktion

Rotes Maca ist die Ausnahme auf dem Feld. Die meisten Maca-Knollen in den Anden sind gelb, in Ernteproben war nur etwa jede zehnte bis jede fünfte Knolle rot. Hierzulande begegnet sie dir als „Maca rot“, als rotes Maca-Pulver, in Kapseln oder als Extrakt mit Zahlen wie 10:1 auf dem Etikett.

Macher wissen, was sie in der Hand halten. Hier bekommst du das Wissen dazu: was rote Maca ist, woher sie kommt, wie sie schmeckt, was sie von gelber und schwarzer Maca unterscheidet und woran du gute Ware erkennst.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Rote Maca ist keine eigene Pflanze, sondern ein Farbtyp der Maca (Lepidium meyenii), eines Kreuzblütlers aus den Anden Perus.
  • Die Farbe sitzt vor allem in der Schale und geht oft auf Anthocyane zurück, natürliche Pflanzenfarbstoffe. Innen ist die Knolle meist hell.
  • In Ernteproben aus Junín und Ancash waren 9,9 bis 20,2 % der Knollen rot. Gelb kam auf 51,5 bis 61,1 %.
  • Rote Maca hatte in diesen Proben meist die höchsten Gehalte an Glucosinolaten. Diese Senfölvorstufen prägen den kresseartigen Geschmack der Knolle.
  • Es gibt rote Maca als Pulver (roh oder gelatinisiert), in Kapseln und als Extrakt. Beim Extrakt zeigt das Verhältnis, wie viel getrocknete Knolle eingesetzt wurde.

Was ist rotes Maca? Ein Farbtyp von Lepidium meyenii

Maca (Lepidium meyenii) gehört zu den Kreuzblütlern und ist mit Kresse und Rettich verwandt. Genutzt wird die Knolle, botanisch eine Hypokotylknolle, ähnlich wie beim Radieschen. Diese Knolle gibt es in vielen Farben: Allein in Carhuamayo in der Region Junín wurden 13 Farben beschrieben, von Weiß bis Schwarz. Ein Review von 2024 zählt 13 bis 17 Farbtypen.

Rote Maca ist einer davon. Es ist dieselbe Pflanze wie gelbe oder schwarze Maca, nur in einer anderen Farbe. Ob du „rote Maca“, „rotes Maca“ oder „Maca rot“ sagst: Gemeint ist immer dieser Farbtyp.

Woher kommt die rote Farbe?

Der rötlich-violette Ton geht oft auf Anthocyane zurück. Das sind Pflanzenfarbstoffe, wie sie auch die Schale von Radieschen rot färben. Und wie beim Radieschen sitzt die Farbe bei Maca vor allem außen. Das Innere der Knolle ist meist hell.

Rot oder Violett?

In der Forschung gelten Rot und Violett als zwei eigene Farbtypen mit eigenem Profil an Inhaltsstoffen. In der Studie von Meissner und Kollegen hatten frisch geerntete, kleine rote Knollen aus Junín mehr als doppelt so viele Glucosinolate wie die violetten. Rote Maca ist also keine Spielart der violetten, sondern ein Typ für sich.

Wie selten ist rote Maca? Die Zahlen aus der Ernte

Wie häufig die einzelnen Farben sind, haben Meissner und Kollegen 2016 an gemischten Erntepartien ausgezählt. Die Knollen stammten aus Junín (4.200 Meter) und Ancash (4.150 Meter) in Peru:

Farbe Junín, große Knollen Junín, kleine Knollen Ancash, kleine Knollen
Gelb 51,5 % 55,0 % 61,1 %
Violett 22,8 % 18,4 % 22,2 %
Rot 15,3 % 20,2 % 9,9 %
Schwarz 10,4 % 6,3 % 6,8 %

Quelle: Meissner et al. 2016. Die Werte gelten für diese Proben.

Unterm Strich: Gelb stellt in jeder dieser Partien mehr als die Hälfte der Knollen. Rot macht je nach Partie rund ein Zehntel bis ein Fünftel aus. Für sortenreine rote Maca zählen nur die roten Knollen, und die sind in jeder Partie in der Minderheit. Rot ist keine Massenware. Genau das macht sie zur Spezialität.

Herkunft: rote Maca aus den Anden Perus

Rote Maca kommt von ganz oben. Sie wächst in den zentralen Anden Perus auf rund 4.000 bis 4.500 Metern, vor allem rund um den Junín-See, in Peru auch Chinchaycocha genannt. Domestiziert wurde Maca dort wahrscheinlich vor 1.300 bis 2.000 Jahren, in San Blas, dem heutigen Ondores in der Region Junín. Rote Knollen wachsen in denselben Anbaugebieten wie gelbe, violette und schwarze. In den Erntepartien aus Junín und Ancash lagen sie bunt gemischt.

Nach der Ernte trocknen die Knollen traditionell unter freiem Himmel, sechs Wochen bis drei Monate lang. Getrocknet lässt sich Maca lange lagern. In ihrer Heimat kommt sie gegart auf den Tisch: gekocht, als Brei oder Saft oder als Mehl für Brot und Gebäck.

„Maca Junín-Pasco“: Perus geschützte Herkunft

Peru schützt seine Maca. Die Ursprungsbezeichnung „Maca Junín-Pasco“ ist seit 2011 anerkannt und im internationalen Register der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) eingetragen. Inzwischen wird Maca auch in China angebaut, vor allem in der Provinz Yunnan auf rund 2.800 bis 3.500 Metern. Die Heimat der Pflanze bleibt das Hochland Perus.

Wie schmeckt rote Maca?

Maca schmeckt erdig-malzig, mit einer leicht kresseartigen Note. Die kommt von den Glucosinolaten, den Senfölvorstufen, die auch Kresse und Rettich ihren Charakter geben. In Maca sind das vor allem Glucotropaeolin und m-Methoxyglucotropaeolin.

Zwischen den Farben gibt es Unterschiede. In den Ernteproben von Meissner hatte rote Maca meist die höchsten Glucosinolat-Gehalte: In frisch geernteten, kleinen Knollen aus Junín waren es rund 1,8 g je 100 g, bei gelber Maca knapp 1,0 g und bei schwarzer knapp 0,5 g. Gelb bleibt der geschmackliche Klassiker. Rot bringt in diesen Proben mehr von den Stoffen mit, die für die kresseartige Note stehen. Wie viel davon im fertigen Pulver steckt, hängt auch von Anbauort, Trocknung und Verarbeitung ab.

Rote, gelbe und schwarze Maca: der Unterschied

Alle drei Farben sind dieselbe Pflanze und wachsen in denselben Anbaugebieten. Sie unterscheiden sich in Farbe, Häufigkeit und einzelnen Inhaltsstoffen. Der Überblick:

Merkmal Gelbe Maca Rote Maca Schwarze Maca
Pflanze Lepidium meyenii Lepidium meyenii Lepidium meyenii
Anteil in den Ernteproben 51,5–61,1 % 9,9–20,2 % 6,3–10,4 %
Glucosinolate in den Proben niedriger als bei Rot meist am höchsten meist niedriger als bei Rot
Kurz gesagt Klassiker, häufigste Farbe seltene Spezialität seltenste der drei Farben

Quelle: Meissner et al. 2016 (Anteile, Glucosinolate). Die Werte gelten für diese Proben.

Neben sortenreiner Ware gibt es auch Mischungen aus mehreren Farben. Mehr zu allen Sorten liest du im Ratgeber zur Maca-Wurzel.

Rotes Maca-Pulver, Kapseln oder Extrakt?

Rote Maca bekommst du in denselben Formen wie jede andere Maca. Du entscheidest, was zu dir passt:

Form Was drin ist Verwendung Darauf achten
Rotes Maca-Pulver, roh getrocknete, gemahlene rote Knolle Smoothie, Müsli, Backen; erdig-malziger Geschmack Portion selbst abwiegen
Rotes Maca-Pulver, gelatinisiert Pulver nach kurzer Hitzebehandlung wie rohes Pulver „gelatinisiert“ auf der Packung
Rote Maca-Kapseln mit Pulver Wurzelpulver in der Kapselhülle geschmacksneutral, fest portioniert Menge pro Tagesportion
Kapseln mit rotem Maca-Extrakt konzentrierter Auszug aus der Knolle kleine Extraktmenge pro Portion Extraktverhältnis, Wurzeläquivalent

Ob in „Maca rot Kapseln“ Pulver oder Extrakt steckt, zeigt dir das Etikett. Mehr zum Pulver, samt Rezepten, liest du in unserem Ratgeber Maca-Pulver.

Roh oder gelatinisiert?

Rohes Pulver ist getrocknete und gemahlene Knolle. Gelatinisierte Maca wird nach dem Trocknen und Mahlen kurz unter Druck, Hitze und Feuchtigkeit durch eine Düse gepresst (extrudiert). Dabei wird die Stärke aufgeschlossen, ähnlich wie beim Kochen, das in den Anden ohnehin üblich ist. Mit Gelatine hat das nichts zu tun.

Rotes Maca-Extrakt: Was heißt 10:1?

Beim Extrakt steht ein Verhältnis wie 10:1 oder 20:1 auf dem Etikett. Das ist das Droge-Extrakt-Verhältnis, kurz DEV. „Droge“ ist der Fachbegriff für den getrockneten Pflanzenteil, hier also die getrocknete rote Maca-Knolle. 10:1 heißt: Für 1 g Extrakt wurden 10 g getrocknete Knolle eingesetzt. Aus viel Knolle wird wenig, konzentrierter Extrakt.

Daraus ergibt sich das Wurzeläquivalent, das auf vielen Dosen als „entspricht … mg“ steht. Klingt nach Mathe, ist aber in zehn Sekunden erledigt: Extraktmenge × Verhältnis = Wurzeläquivalent. 600 mg Extrakt aus roter Maca im Verhältnis 10:1 entsprechen rechnerisch 6.000 mg getrockneter Knolle. Wie das bei 5:1 und 50:1 aussieht, zeigt dir unser Maca-Ratgeber.

„Maca rot hochdosiert“: drei Angaben zählen

Auf vielen Etiketten liest du „hochdosiert“. Welche Mengen dahinterstehen, zeigen dir drei Angaben: Extrakt- oder Pulvermenge pro Tagesportion, Extraktverhältnis und das rechnerische Wurzeläquivalent.

Bio-Maca rot

Auch rote Maca gibt es in Bio-Qualität. Du erkennst sie am EU-Bio-Logo auf der Packung.

Qualität erkennen: deine Checkliste für rote Maca

Wer gezielt Rot will, will es genau wissen. Gute rote Maca erkennst du am Etikett. Darauf kannst du schauen:

  • Farbtyp: Suchst du gezielt rote Maca, achte auf die Farbangabe, etwa „rote Maca“, „Maca rot“, „hergestellt aus roten Maca-Wurzeln“ oder „sortenrein rot“. Sortenrein heißt: nur rote Knollen.
  • Herkunft der Maca: das Anbauland auf dem Etikett. Peru ist die Heimat der Maca, auch der roten.
  • Menge pro Tagesportion: Extrakt- oder Pulvermenge in mg und die Kapselzahl für die Tagesportion.
  • Extraktverhältnis und Wurzeläquivalent: Stehen beide auf dem Etikett, rechnest du selbst nach, wie viel getrocknete Knolle hinter deiner Tagesportion steht.
  • Laborgeprüfte Qualität: Gute Hersteller lassen ihre Ware im Labor analysieren, zum Beispiel auf Reinheit und mikrobiologische Qualität. Die Ergebnisse fasst ein Analysezertifikat (CoA) zusammen.
  • Herstellung in Deutschland: Für viele ist „Made in Germany“ ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Etikett oder Hersteller zeigen dir, wo produziert wurde.
  • Transparentes Etikett: alle Zutaten klar angegeben, dazu die Verzehrempfehlung mit Tagesmenge.

Rote Maca verzehren: Menge, Zeitpunkt, Küche

Wie viel rote Maca am Tag? Die Antwort steht auf deiner Dose: Halte dich an die Verzehrempfehlung auf dem Etikett. Dort findest du die Tagesmenge und die Kapselzahl. Auch Uhrzeit und Verzehr mit oder ohne Mahlzeit regelt die Herstellerangabe.

Rotes Maca-Pulver ist in der Küche zu Hause: Rühr es in Smoothie, Müsli oder Porridge oder back damit. Frische Knollen kommen, wie in den Anden, nur gegart auf den Tisch.

Gut zu wissen: Die angegebene Tagesmenge nicht überschreiten. Maca-Produkte sind für Schwangere, Stillende und Kinder nicht gedacht. Wenn du Medikamente nimmst oder Vorerkrankungen hast, sprich vorher kurz mit deinem Arzt oder deiner Apotheke.

Maca in Kombination

Maca steckt oft in Kombinationen, zum Beispiel mit L-Arginin, L-Citrullin oder Pinienrindenextrakt. Wie du so ein Etikett liest, erklärt unser Ratgeber L-Arginin und Maca. Was die beiden Aminosäuren unterscheidet, liest du im Ratgeber Arginin und Citrullin.

FAQ zu rotem Maca

Was ist rotes Maca?

Ein Farbtyp der Maca-Pflanze (Lepidium meyenii) aus den Anden Perus. Es ist dieselbe Pflanze wie gelbe oder schwarze Maca. Die rote Farbe sitzt vor allem in der Schale und geht oft auf Anthocyane zurück, innen ist die Knolle meist hell.

Woher kommt rote Maca?

Aus den zentralen Anden Perus, vor allem aus der Gegend um den Junín-See auf rund 4.000 bis 4.500 Metern. Dort wächst sie in denselben Anbaugebieten wie gelbe und schwarze Maca.

Was ist der Unterschied zwischen roter und schwarzer Maca?

Beide sind Farbtypen derselben Pflanze aus denselben Anbaugebieten. Schwarze Maca ist noch seltener: In Ernteproben waren 6,3 bis 10,4 % der Knollen schwarz und 9,9 bis 20,2 % rot. Rote Maca hatte in diesen Proben meist die höheren Glucosinolat-Gehalte.

Ist rote Maca dasselbe wie violette Maca?

Nein. In der Forschung gelten Rot und Violett als zwei eigene Farbtypen mit eigenem Profil an Inhaltsstoffen.

Wie schmeckt rote Maca?

Erdig-malzig, mit einer leicht kresseartigen Note. Die stammt von den Glucosinolaten, von denen rote Maca in Ernteproben meist am meisten hatte. Kapseln sind geschmacksneutral.

Ist rotes Maca-Pulver rot?

Die rote Farbe sitzt vor allem in der Schale, das Innere der Knolle ist meist hell. Beim Mahlen mischt sich beides. Deshalb fällt das Pulver heller aus als die Schale der Knolle.

Wie verwendest du rotes Maca-Pulver?

Wie jedes Maca-Pulver: im Smoothie, im Müsli oder Porridge oder beim Backen. In den Anden wird Maca traditionell gegart gegessen, etwa als Brei, Saft oder Mehl. Rezepte mit Mengen pro Portion findest du im Ratgeber Maca-Pulver.

Welche Maca-Farbe ist die beste?

Das entscheidest du selbst, nach Geschmack, Herkunft und Form. Gelb ist der Klassiker, Rot und Schwarz sind die selteneren Spezialitäten. Daneben gibt es Mischungen aus mehreren Farben.

Was bedeutet 10:1 bei rotem Maca-Extrakt?

Für 1 g Extrakt wurden 10 g getrocknete Knolle eingesetzt. 600 mg Extrakt im Verhältnis 10:1 entsprechen also rechnerisch 6.000 mg getrockneter roter Maca.

Wie viel rote Maca am Tag, und wann?

Das legt die Verzehrempfehlung auf dem Etikett fest: Tagesmenge, Kapselzahl und Zeitpunkt. Pulver rührst du einfach in Smoothie, Müsli oder Porridge.

Fazit: Rot ist die Ausnahme, und du kennst sie jetzt

Rote Maca ist dieselbe Andenknolle wie gelbe, nur seltener: In Ernteproben war etwa jede zehnte bis jede fünfte Knolle rot. Die Farbe sitzt vor allem in der Schale, die kresseartige Note kommt von den Glucosinolaten, von denen Rot in den Proben meist am meisten hatte. Ob Pulver, Kapsel oder Extrakt: Farbtyp, Herkunft, Menge pro Tagesportion und Extraktverhältnis zeigen dir, was in der Dose steckt. Wer das lesen kann, entscheidet selbst. Genau so arbeiten Macher.

Quellen

  1. BfR, Stellungnahme Nr. 024/2007 vom 03.04.2007 (Botanik, Anbau, traditioneller Verzehr, Farbvarianten und Inhaltsstoffe von Maca).
  2. Meissner H. O. et al.: Peruvian Maca (Lepidium peruvianum): (II) Phytochemical Profiles of Four Prime Maca Phenotypes Grown in Two Geographically-Distant Locations. Int J Biomed Sci 2016, 12(1):9–24 (Farbanteile in Ernteproben, Glucosinolate, Trocknung). pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Minich D. M. et al.: Not All Maca Is Created Equal: A Review of Colors, Nutrition, Phytochemicals, and Clinical Uses. Nutrients 2024, 16(4):530, DOI 10.3390/nu16040530 (Farbtypen, Farbstoffe, Anbaugebiete, Trocknung und Verarbeitung).
  4. Gonzales G. F.: Ethnobiology and Ethnopharmacology of Lepidium meyenii (Maca), a Plant from the Peruvian Highlands. Evid Based Complement Alternat Med 2012:193496 (Herkunft, Domestizierung, Anbau und Farben). pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  5. WIPO, Lissabon-Register: Ursprungsbezeichnung „Maca Junín-Pasco“ (AO-903). wipo.int
  6. DocCheck Flexikon: Droge-Extrakt-Verhältnis. flexikon.doccheck.com